Studentenlieder: Gaudeamus igitur

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1

Gaudeamus igitur, iuvenus dum sumus
Gaudeamus igitur, iuvenus dum sumus
Post iucundam iuventutem
Post molestam senectutem
Nos habebit humus.
Nos habebit humus.

2

Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuero?
Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuero?
Vadite ad superos
Transite ad inferos
Ubi am fuere
Ubi am fuere.

3

Vita nostra brevis est, brevi finietur,
Vita nostra brevis est, brevi finietur,
Venit mors velociter
Rapit nos atrociter
Nemini parcetur
Nemini parcetur

4

Vivat academia, vivat professores
Vivat membrium quodlibet,
Vivant membra quaelibet,
Semper sint in flore.
Semper sint in flore.

5

Vivant omnes virgines faciles, formosae
Vivant omnes virgines faciles, formosae
Vivant et mulieres
Tenerae, amabiles
Bonae laborisae.
Bonae laborisae.

6

Vivat et respublica et qui illam regit
Vivat et respublica et qui illam regit
Vivat nostra civitas
Maecenatum caritas
Quae nos hic protegit.
Quae nos hic protegit.

7

Pereat tristitia, pereant osores
Pereat tristitia, pereant osores
Pereant diabolus
Quiris antiburscius
Atque irrisiores
Atque irrisiores

1.
Lebt, so lang die Jugend schäumt,
Freudigen Gefühlen!
Nach der Jugend froher Hast,
Nach des Alters trüber Last,
Ruhen wir im Kühlen.

2.
Kurz ist unser Lebenslauf,
Bündig ist’s vorüber;
Kommt der Tod mit raschem Schritt,
Nimmt uns jähen Griffes mit,
Keinen schont sein Hieber!

3.
Wo sind jene, die vor uns
Diese Welt bebauet?
Schwinget Euch zum Götterzelt,
Steiget in die Unterwelt,
Wo ihr längst sie schauet!

4.
Unsrer Schule nun ein Hoch!
Allen die da lehren!
Jedem Jünger ein Pokal!
Ihre Blüte allzumal,
Ewig soll sie währen!

5.
Alle Mädchen leben hoch,
Wohlgestallt und schmiegsam!
Auch den Frauen brigen’s wir,
Freundlich und von holder Zier,
Häuslich, fromm und fügsam.

6.
Hoch auch das gemeine Wohl,
Jener die es leitet!
Trinkt auf unsre gute Stadt,
Auf der Gönner Freundestat,
Die uns Schutz bereitet!

7.
Nieder mit der Traurigkeit,
Mit den alten Drachen!
Nieder mit dem Teufel auch,
Nieder, die den Burschenbrauch
Schmähen und verlachen!

Brüder laßt uns lustig sein,
Weil der Frühling währet
Und der Jugend Sonnenschein
Unser Laub verkläret;
Grab und Bahre warten nicht,
Wer die Rosen jetzo bricht,
|: Dem ist der Kranz bescheret. 😐

Unsres Lebens schnelle Flucht
Leidet keinen Zügel,
Und des Schicksals Eifersucht
Macht ihr stetig Flügel;
Zeit und Jahre fliehn davon,
Und vielleicht schnitzt man schon
|: An unsres Grabes Riegel. 😐

Wo sind diese, sagt es mir,
Die vor wenig Jahren
Eben also, gleich wie wir,
Jung und fröhlich waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
Sie sind in ein ander Land
|: Aus dieser Welt gefahren. 😐

Wer nach unsern Vätern forscht,
Mag den Kirchhof fragen:
Ihr Gebein, so längst vermorscht,
Wird ihm Antwort sagen;
Kann uns doch der Himmel bald,
Eh‘ die Morgenglocke schallt,
|: In unsre Gräber tragen! 😐

Unterdessen seid vergnügt,
Laßt den Himmel walten,
Trinkt, bis euch das Bier besiegt,
Nach Manier der Alten!
Fort, mir wässert schon das Maul,
Und, ihr andern, seid nicht faul,
|: Die Mode zu erhalten! 😐

1.

Brüder laßt uns lustig sein,
Weil der Frühling währet
Und der Jugend Sonnenschein
Unser Laub verkläret;
Grab und Bahre warten nicht,
Wer die Rosen jetzo bricht,
|: Dem ist der Kranz bescheret. 😐

2.

Unsres Lebens schnelle Flucht
Leidet keinen Zügel,
Und des Schicksals Eifersucht
Macht ihr stetig Flügel;
Zeit und Jahre fliehn davon,
Und vielleicht schnitzt man schon
|: An unsres Grabes Riegel. 😐

3.

Wo sind diese, sagt es mir,
Die vor wenig Jahren
Eben also, gleich wie wir,
Jung und fröhlich waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
Sie sind in ein ander Land
|: Aus dieser Welt gefahren. 😐

4.

Wer nach unsern Vätern forscht,
Mag den Kirchhof fragen:
Ihr Gebein, so längst vermorscht,
Wird ihm Antwort sagen;
Kann uns doch der Himmel bald,
Eh‘ die Morgenglocke schallt,
|: In unsre Gräber tragen! 😐

5.

Unterdessen seid vergnügt,
Laßt den Himmel walten,
Trinkt, bis euch das Bier besiegt,
Nach Manier der Alten!
Fort, mir wässert schon das Maul,
Und, ihr andern, seid nicht faul,
|: Die Mode zu erhalten! 😐

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J. F. Lentner, 1850

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