Lebensläufe und Zeitereignisse: Liebig

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Lebensläufe

Justus Liebig

Seine bekanntesten Arbeitsergebnisse

Bedeutende Wissenschaftler aus dem Gießener Institut, die Liebig folgten

Links rund um die Peson und die Ergebnisse

  • 1803   geboren am 12.05.1803 in Darmstadt
  • als Gymnasiast will er „Chemiker“ werden und erntete das Gelächter der Mitschüler und Lehrer (Chemie ist in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts noch keine eigenständige Wissenschaft: >>sie ist Alchemie und Goldmacherei und Naturphilosophie; bestenfalls Hilfswissenschaft der Medizin)
  • er ist ein schlechter Schüler (das Abitur verfehlt er), ABER ein guter Beobachter der Arbeit in der Werkstatt des Vaters.
  • als Schüler liest er in der Hofbibliothek in Darmstadt medizinische und chemische Werke und studiert auf Jahrmärkten die Vorführungen der Quacksalber
  • 1819   beginnt er die Lehre als Apotheker in Heppenheim, die er nach 10 Monaten abbricht.
  • 1820   mit 17 Jahren beginnt auf Fürsprache des Hofbibliothekars das Chemiestudium in Bonn, wo er mit seinen vorhandenen Kenntnissen beeindruckt.
  •        das Studium vollendet er in Erlangen,

    seine Dissertation „Über das Verhältnis der Mineralchemie zur Pflanzenchemie“ beendet er 1922 mit der Doktorwürde, nachdem er bereits in Paris studierte.
  • Die meisten Kenntnisse hat sich Liebig autodidaktisch erworben.
    RÜCKBLICKEND äußerte er sich über den schlechten Zustand der Chemie in Deutschland. Unter dem Einfluss der „romantischen“ Naturphilosophie werden Naturbeobachtung und Experiment vernachlässigt. In Frankreich, dem damals fortschrittlichsten Land in Bezug zur Chemie, lernt er modernste Analysenmethoden.
  •        durch erneute Fürsprache geht er nach Paris zu Gay-Lussac und arbeitet in dessen Privatlabor. Dort befasste er sich mit den „knallsauren“ Salzen und findet Zuspruch bei der französischen Akademie der Wissenschaften.
  • Durch Vermittlung von Alexander von Humboldt erhält er die außerordentliche Professur an der hessischen Landesuniversität in Gießen.
  • 1824   Er baut nach französischem Vorbild ein Forschungslabor und einen Lehrplan auf, durch die Laborarbeit werden die Studenten in die Forschung einbezogen.
    Das führt zu Widerspruch, den die Universitäten sollen Staatsdiener und Ärzte erziehen und keine Industriellen. Die Forschung solle das chemische Gewerbe betreiben.
  • 1825    mit 22 Jahren erhält er die ordentliche Professur.
  •        zunächst befasst sich Liebig mit der Untersuchung der Säuren und der Analyse organischer Verbindungen.
  • 1829    beginnt seine fruchtbare Freunschaft mit Friedrich Wöhler, mit dem gemeinsam er die Radikaltheorie entwickelt: wodurch die Vielzahl der Kohlenstoffverbingen besser zu verstehen ist (Methyl, Ethyl, Propyl etc. reagieren praktisch als >Elemente<).
  • 1831   

           Für organische Analysen verbessert er den „Fünfkugelapparat“ — ein Gerät zur Elementaranalyse:
    C÷O÷H >——÷N÷S÷P: die Hauptbestandteile der organischen Substanz.

  •        Belastungen und die ungelüfte Atmosphäre im Labor beeinträchtigen seine Gesundheit, aber sein Forscherdrang bleibt ungebremst und …
  •        eine wichtige Frage, die er untersucht und die ihn interessierte:
    werden anorganische in organische Stoffe umgewandelt: eine Frage, um die Erträge in der Landwirtschaft zu verbessern.
    Noch war die Frage der Vitalis nicht geklärt: zeichnet sich das Lebende durch ein besonderes Prinzip von der unbelebten Materie aus.
  • In Gießen bringt er die Chemie in den Rang einer exakten Naturwissenschaft.

    Gemeinsam mit Wöhler findet er, dass aus den gleichen Atomen bei unterschiedlicher Anordnung verschiedene Moleküle entstehen können. (Isomerie) Das Konzept der Mehrwertigkeit geht auf ihn zurück. Mit der Radikaltheorie erklärt er mit Wöhler die Vielfalt der organischen Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff. Radikale wirken wie eine Einheit und bleiben so bei Reaktionen relativ erhalten. Dies war wichtig, um die Vitalchemie auf die Basis der Chemie zu gründen.
  • 1838    beginnt er gemeinsam mit Wöhler die Herausgabe der „Annalen der Chemie und Pharmazie“, so wird DEUTSCH die Weltsprache der Chemie
  • 1840   veröffentlicht er seine Ergebnisse, dass Pflanzen mineralische Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen.
    Die Demonstration auf einem eigens gekauften Feld scheitern zwar, weil er die Nährstoffe in wasserunlöslicher Form aufbringt, aus Sorge dass der Regen den Dünger ausspült. Aber grundlegend bleibt, die Pflanze nimmt Phosphor, Kalium, Calcium, Stickstoff aus dem Boden auf, die sodann wieder ersetzt werden müssen.
    Dass die Umsetzung dieser Erkenntnis oft zu Überdüngung -mit der Folge der Grundwasserverunreinigung besonders durch Nitrat- führte; ist Liebig wohl nicht anzulasten.
  • 1855   Er gewinnt die Einsicht, dass der Boden die Nährstoffe bindet und speichert und er mit geänderten Rezepturen arbeiten kann; somit bringt er seine Lehre zum Durchbruch.
  • 1852   wird er nach München gerufen; König Maximilian II von Bayern, ein Förderer der Wissenschaft lässt ihm ein modernes Institut bauen um die bayrische Landwirtschaft voran zu bringen; keine Lehrverpflichtungen mehr und Liebig widmet sich ganz der Forschung.
  •        er beschäftigt sich mit der Physiologie und begreift und beschreibt den Körper als „Chemie“. Er begründet die ‘Biochemie’
  • 1847   eine typhuskranke Besucherin, die zu schwach zum Essen ist, bringt ihn auf die Entwicklung eines kalt gewonnenen Fleischextraktes (“Liebig’s Fleischextrakt”)
  •        als seine Tochter Agnes nicht stillen kann, entwickelt er eine ‘Säuglingssuppe’ auf Basis der Untersuchung von Muttermilch, ein heute weitverbreites Produkt
  •        Sein Plädoyer für das “Vollkorn”-Brot wurde erst im 20. jahrhundert aufgegriffen und verstanden.
  •        Mit dem Wechsel an die Universität München ist er nahezu frei von Lehrveranstaltungen. So ist er publizistisch und wissenchaftlich tätig
  • 1873   am 18.04.1873 in München verstorben
  • Liebig revolutionierte die Chemie im Inneren durch seine Methodik: Lehre und Forschung zu verbinden. Er gab ein neues Bild der Chemie nach außen: als Wissenschaft, die aktuelle Probleme lösen kann. Wesentlich hierbei waren seine Veröffentlichungen und seine pobulärwissenschaftlichen Darstellungen in Zeitungen und Kalendern; und der aktive Einsatz praktischer Lösungen.

    1840 veröffentlichte er sein Buch über die Potentiale der Chemie in der Landwirtschaft. Dies führte im Weiteren zur breiten Einführung von „Kunst“-Dünger. Die Getreideproduktion wurde in Deutschland von 1850 auf 1900 um mehr als das 3-fache gesteigert.

  • Max von Pettenkofer
  • August Wilhelm von Hofmann
  • Carl Remigius Fresenius
  • August Kekulé von Stradonitz
  • – Jacobus Henricus van’t Hoff (1901: erster Nobelpreis für Chemie
  • 43 von 60 Nobelpreisträgern gehören zum „Forschungs-Stammbaum“ von Liebigs Institut (Georg Schwedt; Clausthal: Liebig und seine Schüler, Spektrum-Verlag)
  1. Liebig’s Fleischextrakt
  2. Fleischinfusum
  3. Säuglingsnahrung
  4. Silberspiegel
  5. Backpulver
  6. Notwendigkeit des Düngens
  7. Laborarbeit und Experiment beim Chemiestudium
Seine Wissenschaftskolumne in der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ erscheint 1865 als „Chemische Briefe“; sie gelten als Beginn fundierter populärwissenchaftlicher Literatur in Deutschland.

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